Die Forschung erlaubt es Zahnmedizinern in der heutigen Zeit, Implantate in Regionen zu setzen, die früher kontraindiziert waren. Dies beinhaltet zum Beispiel Menschen mit einem zu geringen Anteil des Kieferkammes oder einer zu tief liegenden Kieferhöhle. Der Behandler musste früher in solchen Fällen auf andere Behandlungsmöglichkeiten ausweichen, da er nicht riskieren konnte, dass die Implantatspitze in die Kieferhöhle ragt oder ein Nerv beschädigt wird. Diese beiden Extreme hätten schwere gesundheitliche Folgen nach sich gezogen. Im schlimmsten Fall eine reversible Lähmung im Gesichtsbereich. Da eine solche Folge mit schwerer Rufschädigung des Behandlers, einer Verhandlung vor Gericht und Schäden beim Patienten einhergingen, verweigerten viele Zahnärzte die Implantatbehandlung in schwierigen Gebieten.
Mittlerweile konnte die Forschung einige Fortschritte für sich verbuchen, die es möglich macht, auch in risikobeladenen Gebieten zu implantieren. Vorwiegend sind solche Eingriffe noch den Kieferchirurgen vorbehalten. Einem normalen Zahnarzt fehlt meist die Routine und Erfahrung, um einen solchen Eingriff durchzuführen.
Die Verpflanzung von Knochen, der dem Patienten aus dem Beckenkamm entnommen wird, sollte auf alle Fälle von einem Spezialisten vorgenommen werden. Dennoch stellt die Erhöhung des Kieferkammes einen großen Fortschritt da. Auf diese Weise wird genügend Knochen dargeboten um risikofrei implantieren zu können ohne den Hauptnerv im Unterkiefer zu verletzen.
Im Oberkiefer lag das größte Problem meist in der Tatsache, dass die Kieferhöhle zu tief lag und dadurch zu wenig Knochen zur Verfügung stand. War die Kieferhöhle erst einmal eröffnet, so öffnete der Behandler den Bakterien alle Wege in dieses geschlossene System. Eine Sinusitis war meist die Folge. Heut zu Tage wird die kieferhöhlenschleimhaut mobilisiert. Das heißt, sie wird angehoben ohne verletzt zu werden und dann wird Knochenersatzmaterial darunter geschoben, so dass auch hier eine Implantation möglich wird.
Auch wenn solche Eingriffe vorerst noch den Kieferchirurgen vorbehalten werden, so werden sich in kommender Zeit auch Zahnärzte auf diesem Gebiet fortbilden und etablieren. In derselben Form wie es seinerzeit bei den Implantaten selbst war.

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